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"Wir werden weitermachen"

 

Nach Brand in Kfz-Werkstatt denkt Liebengrüner Thomas Petersilie nicht ans Aufhören

 

Liebengrün. Die kommenden Wochen werden für Thomas Petersilie und Daniel Samesch schwer, denn am Donnerstag brannte ihre Werkstatt in Liebengrün aus. Doch für beide steht schon jetzt fest: "Wir werden weiter machen."

Ungern erinnert sich Petersilie an die Abendstunden des 17.April zurück. "Wir waren dabei, Daniels Trabant für den TÜV fertig zu machen. Dazu war es notwendig, ein Loch zu zuschweißen", so der Liebengrüner. Als die Arbeiten beendet waren, machten sich Thomas Petersilie und Daniel Samesch auf den Weg, um im "oberen Dorf" bei einem Einwohner eine Pkw-Kunststoffscheibe zu holen. "Plötzlich ging die Sirene. Erst dachte ich, es ist eine Übung, aber dann sah ich die Rauchwolken aufsteigen. Da wusste ich, was geschehen ist", erzählte der Werkstattinhaber. Und seine Befürchtungen sollten sich bestätigen, als er am Brandort eintraf. "Dann konnte ich nur noch zusehen, wie die Werkstatt ausbrannte", berichtet der Liebengrüner.

Rechzeitig und sehr schnell seien nach Auskunft des Werkstatt-Inhabers die Feuerwehren vor Ort  gewesen. Doch dabei konnte Thomas Petersilie so einige Dinge  beobachten, über die er sich heute noch ärgert und die teilweise Unverständnis bei ihm auslösen. "Zuerst hatten die Liebengrüner ihre Wasserversorgung aufgebaut. Doch dann ging deren Pumpe kaputt und es gab kein Löschwasser mehr", beschreibt Petersilie seine Beobachtungen. Grund für den Wasserstopp sei nach seinen Erkenntnissen ein Defekt der Pumpe gewesen. "Mir haben Kameraden berichtet, die Pumpe sei schon öfter kaputt gegangen. Erst kürzlich war sie angeblich zur Reparatur", ärgert sich der Liebengrüner. Außerdem habe er mitbekommen, dass die angerückte Feuerwehr aus Ziegenrück ihre Hilfe angeboten habe. "Diese wurde aber einfach abgelehnt", kann Petersilie nur mit dem Kopf schütteln.

Für den Liebengrüner steht jetzt zumindest fest: "Ich habe das Vertrauen in die Feuerwehr verloren". Das seien nach seiner Ansicht keine ausgebildeten Kameraden gewesen, sondern eine Wilde, aufgescheuchte Herde". Petersilie: "Es hat noch gebrannt, da haben die ersten schon gefragt wo denn das Essen bleibt."

Vor zwei Jahren begann Thomas Petersilie mit dem Schritt in die Selbständigkeit im Kfz-Bereich und möchte damit den Gerüchten widersprechen, er habe eine "Hobby-Kfz-Werkstatt" geführt. "Zuerst hatte ich nur einen Fahrzeughandel", erzählt der 42.jährige. Ende des vergangenen Jahres zog es dann in die Halle in der Ortsmitte um. Dabei erweiterte er sein Angebot. Hauptschwerpunkt ist nun die so genannte Selbsthilfewerkstatt, wo Auskenner ihre Fahrzeuge, auch unter fachkundiger Anleitung selbst reparieren können. Außerdem gehörten u.a. ein Zubehörhandel und ein Reifenservice dazu. Und ständig rüstete Thomas Petersilie die Werkstatt mit neuen und modernen Gerätschaften nach. "Ein Gesamtwert zwischen 20000 bis 25000 Euro" schätzt Petersilie.

Warum es zu dem Brand kam, können sich der Liebengrüner und sein Mitarbeiter bis heute nicht erklären. "Nachdem ich den Brenner ausgemacht hatte, kontrollierte ich noch einmal alle Schweißpunkte und - nähte an dem Trabant", berichtete Thomas Petersilie. Doch irgendwo habe es offenbar doch noch geglimmt. Petersilie: "Das hat bestimmt schon wärend des Schweißens irgendwo vor sich hin gearbeitet".

Thomas Petersilie gesteht aber auch selbst einen Fehler ein: "Ich habe leider keine Inventarversicherung abgeschlossen". Nach dem Umzug habe er das einfach vergessen. Die Halle sei gemietet gewesen, deshalb hofft Petersilie, dass zumindest über die Gebäudeversicherung des Vermieters etwas machbar ist.

Derzeit beschleicht den Liebengrüner ein komisches Gefühl. "Ich weiß nicht, wie es weiter gehen wird, wenn ich das erste Mal nach dem Brand die Halle betrete", beschreibt Thomas Petersilie seine derzeitige Lage. In jedem verbrannten Gerät und in jedem Werkzeug würden ja Werte und Erinnerungen stecken. Trotzdem soll es bald ans Aufräumen gehen.

"Ich möchte die Werkstatt weiter betreiben. Das bin ich meiner Kundschaft einfach schuldig", so Petersilie. Dass das nicht so einfach wird, sei ihm natürlich bewusst. "Vor allem muss erstmal die Finanzierung der Anschaffung von Werkzeugen und sämtlichen Geräten geklärt sein", weiß der Liebengrüner. Außerdem hofft er auf Unterstützung der Bevölkerung.

Abschließend erzählt Thomas Petersilie, dass er nun noch vorsichtiger sein werde und mehr aufpassen wolle. Außerdem möchte er, sobald wieder der Arbeitsbetrieb aufgenommen wird, eine Versicherung abschließen.