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Vollbrand nach acht Minuten unter Kontrolle



Feuerwehr weist Anschuldigungen zurück


Von OTZ-Redakteur Peter Hagen Remptendorf. Selten genug kommt es vor, dass Rettungskräften nach einem Einsatz gedankt wird. Doch dass sich Feuerwehrkameraden nach einem Brand auch noch vorwerfen lassen müssen, fast alles falsch gemacht zu haben und wie eine "wilde, aufgescheuchte Herde" herumgestürzt zu sein, haben selbst altgediente Kräfte noch nicht erlebt.


"So einen verbalen Angriff gab es noch nie", ärgert sich Holger März und nimmt Bezug auf die Äußerungen des Liebengrüners Thomas Petersilie, dessen Werkstatt am 17. April abgebrannt ist (OTZ berichtete). Dieser hatte den Feuerwehren verschiedene Vorwürfe gemacht. Beispielsweise, dass die Löschwasserpumpe der Liebengrüner Wehr ausgefallen war und die Hilfe der angerückten Ziegenrücker Feuerwehr abgelehnt worden sei. Zudem hätten Kameraden gefragt, wo das Essen bleibe, obwohl es noch gebrannt habe. "Die Liebengrüner Pumpe fiel tatsächlich aus", sagt Holger März, der die Einsatzleitung am Brandort hatte. Auf die Löscharbeiten habe dies jedoch keinen Einfluss gehabt. "Das ist nun mal Technik, die kann kaputt gehen", macht Holger März klar, dass gerade die Einsatztechnik bei der Feuerwehr höchsten Belastungen ausgesetzt ist und bei Einsätzen "von null auf hundert" hochgefahren wird. Neben der Löschwasserstrecke der Liebengrüner Feuerwehr habe jedoch auch die Remptendorfer Wehr zeitgleich eine Löschwasserstrecke aufgebaut, sodass keineswegs ein Mangel an Löschwasser eingetreten sei. Zusätzlich hatten die Remptendorfer Kameraden in ihrem Löschwasserfahrzeug 600 Liter Wasser an Bord, mit dem sofort das Nachbargebäude vor der in Vollbrand stehenden Halle geschützt worden war. "Die Werkstatthalle selbst war definitiv nicht mehr zu retten gewesen", beschreibt Holger März die Situation beim Eintreffen der Wehren. Hauptaufgabe sei daher das Eindämmen der Flammen und der Schutz aller unmittelbar angrenzenden Gebäude gewesen. Dies sei auch gelungen. Schon nach acht Minuten, so belegen es die Einsatzunterlagen, war der Brand unter Kontrolle gewesen. "Das gelingt bestimmt nicht, wenn jeder herumlaufen würde wie eine wilde Herde", geht Holger März auf die Vorwürfe ein. Alle Kameraden würden ihren Feuerwehrdienst bekanntlich freiwillig leisten und absolvierten allein im ersten Quartal dieses Jahres bereits acht Ausbildungseinheiten.


Mehr Löschkräfte, als sich im Einsatz befanden, seien nicht benötigt worden, geht Holger März auf einen weiteren Vorwurf ein. Aufgrund der Fehlmeldung, dass es sich um einen Wohnhausbrand mit fünf vermissten Personen handele, seien zunächst mehrere Feuerwehren alarmiert worden, sodass sich letztlich 63 Kameraden mit zwölf Einsatzfahrzeugen am Brandort befanden. "Es ist völlig normal, dass nicht benötigte Kräfte wieder weggeschickt werden", stellt Holger März klar.

"Man opfert seine Freizeit, stellt die Familie zurück, setzt die eigene Gesundheit aufs Spiel - und dann bekommt man noch einen Tritt", verdeutlicht Holger März, wie die Anschuldigungen des Werkstattbesitzers Thomas Petersilie wirken, dessen Fehlverhalten schließlich zu dem Brand geführt habe. "Er hat einen Fehler gemacht, wir konnten nur das Beste tun um zu retten, was zu retten ist", sagt Holger März. Er hätte sich vielmehr gewünscht, dass der Werkstattbesitzer nicht nur tatenlos bei den Löscharbeiten daneben gestanden, sondern vielmehr vor den Gefahren gewarnt hätte, die von mehreren Gasflaschen ausgingen, die unmittelbar in den Flammen im Eingangsbereich lagerten. "Für berechtigte Kritik haben wir immer ein offenes Ohr", bekräftigt Holger März als stellvertretender Ortsbrandmeister von Remptendorf. Die Attacke des Liebengrüner Werkstattbesitzers allerdings entbehre jeder Grundlage.Man opfert seine Freizeit, stellt die Familie zurück, setzt die eigene Gesundheit aufs Spiel - und dann bekommt man noch einen Tritt.

Holger März, stellv. Ortsbrandmeister von Remptendorf

OTZ