Dachlawinen        

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Endlich Schnee. Allein die weißen Flocken machen die eisige Kälte der Wintermonate einigermaßen erträglich. Doch Schnee stellt auch eine Gefahr dar - in Form von Lawinen. Bedroht sind nicht nur Skifahrer, sondern ebenso Fußgänger und Autofahrer. Dann nämlich, wenn die weiße Pracht von einem Hausdach auf Gehwege oder Straßen rauscht.
Frischer lockerer Schnee bleibt zunächst auf dem Dach liegen. Später sackt die Schneeschicht dann zusammen, wird daher dichter und damit punktuell auch schwerer. Bei steigenden Außentemperaturen kommt es darüber hinaus im Übergangsbereich zwischen Dachhaut und der Schneeauflage zur Bildung von Tauwasser. Damit sind optimale Bedingungen für die Entstehung von Dachlawinen geschaffen.
In bestimmten Fällen kann der Hausbesitzer zur Rechenschaft gezogen werden - falls er geforderte Schutzmaßnahmen nicht ergriffen hat.

Je nach Dachneigung, Haushöhe oder Schneereichtum muss das Herabfallen von Eis und Schnee auf Passanten und Verkehr durch geeignete Vorrichtungen verhindert werden. Besonders bei stark geneigten Dächern besteht ein hohes Risiko, dass aufgetürmte Schneemassen oder Eisplatten abrutschen. Ein Schutz ist vorgeschrieben, wenn Lawinen auf allgemein zugängliche Wege oder über Hauseingängen abgehen können. Auch der Straßenverkehr darf nicht gefährdet werden. In schneereichen Regionen müssen generell entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Auch für Steildächer mit einer Neigung von 45 Grad ist dies verpflichtend. Jede Bauaufsichtsbehörde kann darüber hinaus für jedes Gebäude Schutzgitter fordern.

Wenn die Behörde dies nicht verlangt, bleibt es Sache des Bauherrn, sich und andere entsprechend zu schützen - oder zumindest zu warnen. Wer hier nachlässig ist, dem drohen bei Unfällen möglicherweise Schadensersatzforderungen - unabhängig von behördlichen Vorschriften. Diese Rechtsprechung ist jedoch nicht einheitlich: So gilt Gerichten die Verkehrssicherungspflicht von Hauseigentümern dann nicht als verletzt, wenn Dachlawinen die Ausnahme sind. In einem schneearmen Gebiet also kann, falls die Behörden keine Vorschriften machen, auf Schutzmaßnahmen verzichtet werden. Das Dach sollte in jedem Fall gegen ein Abrutschen von Schnee und Eis gesichert werden.

Mit geeigneten Schneefanggittern oder Schneestoppern lässt sich die Gefahr von oben einfach bannen. In schneereichen Gebieten empfehlen sich zusätzliche Schneestopper. Diese geformten Metallbügel verhindern, dass der Schnee zusammenrutscht und die Dachkante zu sehr belastet.

Schneeschutzsysteme sollten von Anfang an mit eingeplant werden. Sie lassen sich jedoch auch jederzeit nachrüsten. Diese Vorrichtungen können, nach entsprechender Prüfung, zusätzlich als Abrutschsicherung bei eventuell notwendigen Dachbegehungen dienen.





 

Eiszapfen        

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Lange Eiszapfen sind das klassische Symbol für einen tiefen, lang anhaltenden Winter. In vielen Darstellungen und auf Bildern sind es gerade die Eiszapfen, die eine verschneite Winterlandschaft erst so richtig eisig kalt erscheinen lassen. Häufig denkt man dabei an Eiszapfen, die sich an der Kante einer Dachrinne von Häusern bilden, aber natürlich können Eiszapfen auch anderswo entstehen, wie zum Beispiel an Bäumen, Zäunen oder sogar in einem Bachbett.

 

Ein Eiszapfen ist, ganz einfach beschrieben, ein spitzer, hängender Eisdorn, der aus fortwährend anfrierendem tropfendem, herab laufenden oder fallendem Wasser bei Temperaturen unter Null Grad entsteht. Aber wie funktioniert das eigentlich genau?



Eiszapfen an einer Dachkante


Der Einfachheit halber wird hier nur die Entstehung eines Eiszapfens an der Kante eines geneigten Hausdaches betrachtet. Zu Anfang sei das Dach frisch zugeschneit und es existieren noch keinerlei Eiszapfen. Damit nun die Bildung von Eiszapfen beginnen kann, muss der Schnee auf dem Dach zu schmelzen beginnen. Dies geschieht meist entweder durch die Wintersonne, meist aber durch die Abwärme des innen beheizten Hauses selber. Gerade bei schlecht isolierten Dächern schmilzt der Schnee meist sogar recht rasch.
Das geschmolzene Wasser beginnt nun, die geneigte Dachfläche hin zur Dachkante hinab zu rinnen. Dabei wird die Geschwindigkeit des Rinnens zum einen bestimmt durch die Schwerkraft und zum anderen durch eine wasserspezifische Oberflächenspannung. Letztere bewirkt, dass das Wasser möglichst flach an der Unterlage "haften" bleibt. Die Überlagerung dieser beiden Kräfte führt dazu, dass das Wasser nicht eben, sondern in feinen Rippeln mit gleichmäßigem Abstand die geneigte Fläche herabrinnt. Wenn nun die Temperatur der Oberfläche, über die das Wasser fließt, kälter als 0 Grad ist, dann gefrieren diese Rippeln. Und an der Dachkante selber bilden diese frierenden Rippeln die Wurzeln eines jungen Eiszapfens.
Ein junger Zapfen entsteht
Für das weitere Wachstum der jungen Eiszapfen ist entscheidend, das es mehrfach zu Schmelz- und Gefriervorgängen kommt. Würde das Wasser alles auf einmal schmelzen, so würden sich nur verhältnismäßig kleine Eiszapfen bilden können. Das Wasser muss also stattdessen schichtweise anfrieren.
Die kleinen, jungen Eiszapfen besitzen üblicherweise eine sehr gleichmäßige Kegelform, und häufig sind winzige Blasen in ihrem Inneren zu sehen. Wenn sie aber wachsen, bilden sich aus oben genannten Gründen zahlreiche vertikale Kämme und horizontale, den Zapfen ringförmig umgebende Rippeln auf der Zapfenoberfläche aus, so dass die ideale Kegelform verloren geht. Die Zapfen wachsen dabei sowohl nach unten (also in die Länge) wie auch zur Seite (also in die Breite), allerdings findet das Wachstum mit einer unterschiedlichen Geschwindigkeit statt. Das Längenwachstum erfolgt deutlich schneller.


Horizontale Ringe und vertikale Kämme


Nach einer gewissen Zeit des Wachstums zeigen Eiszapfen in der Regel sehr ausgeprägte, ringförmige Rippeln, die zur Spitze des Zapfens hin immer kleiner und schmaler werden. Jeder einzelne dieser Ringe ist durch eine kleine Furche deutlich vom nächsten Ring getrennt. Normalerweise reichen die Ringe nicht mehr als etwa einen Zentimeter nach außen. Während der anfänglichen Wachstumsphase bestehen die sich bildenden Ringe überwiegend aus dünnen, zerbrechlichen Eisplättchen, die mehr oder weniger zufällig nach außen wachsen. Die Zwischenräume zwischen diesen Eisplättchen werden jedoch im weiteren Verlauf rasch von abfließendem Schmelzwasser aufgefüllt.

Die vertikalen Kämme bilden sich hingegen meist nach einer wachstumsfreien Phase, nachdem also eine Zeitlang kein Schmelzwasser über die Zapfenoberfläche gesickert ist. Nach so einer Phase beginnt neues Schmelzwasser zunächst einmal in schmalen Bahnen den Eiszapfen hinunter zu fließen. Wenn dieses Wasser gefriert, bilden sich also dünne Eiskämme, die mit der Zeit bis zu einem halben Zentimeter dick werden können. Erst danach sucht sich das Wasser meist einen anderen, energetisch günstigeren Weg nach unten - entlang einer neuen Bahn.





Die Spitze des Zapfens


Die Spitze eines wachsenden Eiszapfens besteht meist aus flüssigem Wasser, das zum Teil mehrere Zentimeter nach unten hängt und außen von einer sehr dünnen Haut aus zufällig wachsenden Eiskristallen zusammengehalten wird. Am äußersten unteren Ende hängt meist ein reiner Wassertropfen. Gelegentlich dringt eine Luftblase in den Bereich des von der Eishaut eingeschlossenen Wassers. Diese feinen Luftblasen sind bei größeren Eiszapfen von weitem als eine milchige Spur im Inneren entlang des Achse des Eiszapfens zu erkennen.

Die Form eines Zapfens ändert sich fortlaufend
Die Formgebung eines Eiszapfens ist jedoch nicht allein auf die Wachstumsphase beschränkt. Auch in wachstumsfreien Phasen sorgt zum Beispiel die Verdunstung von Eis (Sublimation), die auch bei Temperaturen unter Null Grad stattfindet, für eine Formänderung. Durch fortwährende Sublimation wird des Eiszapfen dabei dünner und seine Oberfläche etwas glatter.

Eiszapfen können in der Praxis mehrere Meter lang werden. Irgendwann jedoch ist meist ein Punkt erreicht, an denen der Zapfen aufgrund seines eigenen Gewichts oder aber wegen seiner geringen Flexibilität gegenüber Verformungen (zB durch Wind) abbricht und, wenn er tief genug fällt, mit lautem Getöse auf den Boden aufschlägt. Diese brechenden Eiszapfen sind eine große Gefahr für Menschen, die von einem solchen fallenden, spitzen Eiszapfen regelrecht erschlagen werden können.





Kompliziertere Formen von Eiszapfen


Deutlich komplizierte Prozesse laufen bei der Bildung von Eiszapfen ab, die sich in Bachbetten oder in der Nähe von Wasserfällen bilden, wo reichlich Gischt in der Luft schwebt. Dort können sich sehr komplexe Eisstrukturen bilden, die bisweilen nur noch wenig Ähnlichkeit mit dem idealen, kegelförmigen Jungeiszapfen an der Dachkante gemein haben. Stattdessen können sich riesige, mehrfach geschichtete Netzwerke von Zapfen bilden, die zu ganzen Eisvorhängen zusammenwachsen können.
 

 

Gefahr durch herabfallende Eiszapfen

Herab fallende Eiszapfen von Gebäuden können für Passanten eine erhebliche Gefahr bedeuten

 

Taut das Eis bei Sonnenschein leicht an wird das hängende Eis zu schwer und stürzt zu Boden. Solche "Eisbomben" können nicht nur krachend auf dem Gehweg zerspringen sondern auch lebensgefährlich sein wenn sie von oben auf einen Menschen fallen. Achten Sie auf Eiszapfen an Häusern und gehen Sie nicht direkt an der Hauswand entlang. Hausbesitzer sollten vermehrt auf Eisbildung an Ihren Häusern achten und diese entfernen.