| Waldbrand & Feuergefahr ___________________________________________________________________________ |
Waldbrände in Mitteleuropa sind nur selten Naturereignisse. Nur zwischen drei Prozent und zehn Prozent werden von Blitzschlägen verursacht. Über 90 Prozent der Waldbrände sind auf menschliches Handeln oder Fehlverhalten zurückzuführen. Die Ursachen reichen von der sorglos weggeworfenen Zigarettenkippe über die Selbstentzündung (zum Beispiel alter Munition aus den Weltkriegen), Abstellen von Fahrzeugen mit heißen Katalysatoren über brennbarem Untergrund bis zur Fahrlässigkeit im Umgang mit offenem Feuer und zur Brandstiftung. Letztere ist die häufigste bekannte Waldbrandursache! Die horizontale Ausbreitung hängt hauptsächlich vom verfügbaren brennbaren Material, dem Wind (Laufgeschwindigkeit, Flugfeuer) und Gelände ab. Berg- oder Hangaufwärts breiten sich Feuer schneller aus. Die vertikale Ausbreitung wird von der Hitze des Bodenfeuers und dem Vorhandensein so genannter Feuerbrücken (brennbarer Unterwuchs, tiefe Äste) bestimmt.
Eine Brandausbreitung von über 1 km/h sind selten. Ein gesunder, erwachsener Mensch kann einem Waldbrand normalerweise entkommen. Bei Bodenbränden ist die Feuerfront zudem nur ein schmaler Saum, der zur Rettung durchaus überquert werden kann, da die dahinter liegende Fläche nicht mehr brennt.
Dennoch ist Vorsicht geboten. Die Geräuschkulisse eines Vollfeuers, die Rauchentwicklung, Schadstoffe, Flugfeuer usw. können zur Desorientierung, zur gesundheitlichen Beeinträchtigung und zum Einschließen führen.
| Voraussetzung und Wirkungszusammenhänge ___________________________________________________________________________ |
Klimavoraussetzung
Jahreszeit
Tageszeit
Waldtyp
| Was brennt bei einem Waldbrand? ___________________________________________________________________________ |
Es brennt die Bodenvegetation, der Humus, die Rinde und das Laub bzw. die Nadeln von Bäumen und Sträuchern sowie trockenes Holz. Die Bäume sterben so bald das Kambium (die Nährstoff führende Schicht unter der Borke) überhitzt wird.
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Bodenfeuer (-brände)Es brennt nur die Bodenvegetation und die Bodenaufl age. (Relativ geringe Wärme, langsam laufend, relativ leicht zu bekämpfen)
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Vollfeuer (-brände)Es brennt die Bodenaufl age und die Waldvegetation bis in die Baumkronen. In Mitteleuropa ist ein Vollfeuer immer an ein Boden feuer gebunden. (Große Wärme, schnell laufend, schwer zu bekämpfen)
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MoorbrändeEs brennt der ausgetrocknete Teil des Moorkörpers. (Brennt im Verborgenen, langsame Ausbreitung, sehr schwer zu bekämpfen, gefährlich)
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FlugfeuerBrennende Pflanzenteile werden durch den Wind und die Thermik des Feuers bei Vollbränden über die Feuerfront hinausgetragen und verursachen jenseits der Feuerfront ein neues Feuer. (Achtung – Gefahr des Einschließens der Löschkräfte!)
| Richtiges Verhalten in Wald und Flur __________________________________________________________________________ |
Meist durch Unvorsichtigkeit und Leichtsinn entstehen in Wald und Flur Brände z.B. in der Freizeit durch folgende Fehler an Caravans und beim Camping:
Waldbrände müssen unverzüglich der Feuerwehr - Tel.: 112 - gemeldet werden!
| Melden eines Waldbrands ___________________________________________________________________________ |
Im Falle eines Wald- oder Flurbrandes ist sofort die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 oder eine Polizeidienststelle (Notruf 110) zu verständigen. Dabei sind möglichst die nachfolgenden Daten zu übermitteln:
| Brandbekämpfung eines Entstehungsbrandes ___________________________________________________________________________ |
Die Brandbekämpfung eines Entstehungsbrandes muss mit allen zur Verfügung stehenden Mittel erfolgen. Da Wasser in den meisten Fällen nicht zur Verfügung steht, könnten die nachfolgend aufgeführten Hilfsmittel wie folgt eingesetzt werden:
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Austreten von kleinen Brandstellen›
Auskehren oder Ausschlagen mit etwa 1,5 Meter langen Ästen›
Abdecken der Brandstelle mit Sand, Kies oder Erdreich›
Löschen mit FeuerlöschernLeben geht vor Sachwerten!
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Bringen Sie sich, gegen den Wind gehend, in Sicherheit!›
Halten Sie Feuerwehr-Anfahrtswege frei!
| Waldbrandstufen ___________________________________________________________________________ |
| internationale | Gefährdungsstufe | Original M-68 |
| 1 | sehr geringe Gefahr | 0 |
| 2 | geringe Gefahr | 1 |
| 3 | mittlere Gefahr | 2 |
| 4 | hohe Gefahr | 3 |
| 5 | sehr hohe Gefahr | 4 |
| Stufe 0 | keine Waldbrandgefahr |
| Stufe I | Waldbrandgefahr |
| Stufe II
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erhöhte Waldbrandgefahr
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| Stufe III
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hohe Waldbrandgefahr
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| Stufe IV
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höchste Waldbrandstufe
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| Berechnung der Waldbrandgefahr ___________________________________________________________________________ |
Das M-68-Modell wurde bereits vor drei Jahrzehnten in den jetzt ostdeutschen Bundesländern eingeführt und hat sich als sehr zuverlässig erwiesen. Es greift auf Mittagswerte der Lufttemperatur, der relativen Luftfeuchte, der Windgeschwindigkeit und auf 24-stündige Niederschlagssummen sowie - während der Frühjahrsmonate - auf morgendliche Schneehöhenmessungen zurück. Maßgeblich für die Bewertung der Brandgefahr sind jedoch nicht allein meteorologische Parameter, sondern es spielt auch der Vegetationsstand eine wesentliche Rolle. Deshalb wird durch Zeigerpflanzen die phänologische Entwicklung des Waldbodenbewuchses und des Kronenraums abgeschätzt. Wenn das frische Ergrünen der Bodenvegetation und die Belaubung der Kronen abgeschlossen sind, wird die Ausbreitung der Waldbrände gedämpft und die Gefahr niedriger bewertet. Allerdings sind nicht alle Baumarten gleichermaßen zündanfällig. Waldbrandstatistiken zeigen, dass unterschiedliche Bestandstypen in unterschiedlichem Maße von Waldbränden bedroht sind. Es hat sich deshalb als sinnvoll und ausreichend erwiesen, die Waldlandschaften - je nach ihrer Zünd- und Brennfähigkeit - in drei unterschiedliche Klassen zu unterteilen. Die mit dieser Klasseneinteilung verbundenen Gefährdungskorrekturen werden bei der abschließenden Bewertung des Waldbrandrisikos berücksichtigt.
Denken Sie immer daran:
Feuerwehrleute schützen sich im Löscheinsatz durch spezielle Schutzkleidung und mit Atemschutzgeräten. Betroffene und Anlieger eines Hausbrandes können evakuiert werden. Flora, Fauna und die Tierwelt jedoch bleiben im Brandfall ihrem Schicksal überlassen.